Familiale Verbundenheit und Gerechtigkeit. Fehlende by Anne-Christin Kunstmann

By Anne-Christin Kunstmann

Alte pflegebedurftige Menschen werden hauptsachlich in und von der Familie versorgt'; Die Zukunft familialer Pflege ist unsicher'; Die Pflege hilfebedu- tiger regulate Menschen ist belastend'; Pflegende benotigen Unterstutzung'; - nerhalb der Familie ubernimmt primar eine weibliche Pflegeperson die Vers- gung und Pflege'; Die Pflegebereitschaft sinkt' ... Es sind diese, so oder ahnlich formulierte Gewissheiten', die den Diskurs zur familialen Altenfursorge und Pflege in den letzten zwei Jahrzehnten do- nierten und auch derzeit dominieren. Als unstrittig galt und gilt erstens die quantitative size der familialen Pflege im Vergleich zur institutionellen Versorgung modify pflegebedurftiger Menschen (z. B. Hohn 1995; Schneekloth/Potthoff/Piekara/Rosenbladt 1996; 1 Stat. Bundesamt 2001, 2003, 2005, 2008; Landtag NRW 2005 ). Bereits die fruhen Kontroversen vor Einfuhrung des Gesetzes zur sozialen 2 Absicherung des Risikos der Pflegebedurftigkeit" im Jahr 1995 einigte die E- schatzung, dass die Familie als zentrale establishment im Hinblick auf die Sorge, Unterstutzung, Hilfe fur und Pflege von alteren Menschen anzusehen sei: Die Familie galt als der grosste Pflegedienst der country" (Hohn 1995; z. B. auch Landtag NRW 2005). Die im Kontext der Etablierung des Pflegeversicherun- gesetzes durchgefuhrten Studien widerlegten den Mythos von leichtfertig in - stitutionen abgeschobene, pflegebedurftige und/oder alte Menschen zusatzlich (z. B. Wahl/Wetzler 1998; Blinkert/Klie 1999; Schneekloth/Muller 1998; Stat. Bundesamt 2001). Nicht zuletzt durch die Einfuhrung der Pflegeversicherung selbst wurde die Bedeutung der Familie im Hinblick auf die soziale Integration sowie die emotionale und instrumentelle Unterstutzung alterer Menschen tra- guardian. Es wird von einer eindeutigen Dominanz des familialen Hilfesystems i

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Eine dezidiert politische Positionierung galt aus dieser Perspektive als unhintergehbar: Das wesentliche erkenntnisleitende Interesse und Ziel der Forschung richtete sich auf gesellschaftliche Veränderungen in Richtung einer Abschaffung des Patriarchats. Forschungsfragen sollten in Abstimmung mit der Frauenbewegung sowie unter Berücksichtigung der theoretischen Auseinandersetzung über die Ziele, Strategien und Aktionen der Frauenbewegung formuliert werden. Im Forschungsprozess selbst sollte eine asymmetrisch-vertikale Forschungsrelation zugunsten einer Beziehung zwischen Subjekten aufgegeben werden.

39 regelgeleitete, institutionalisierte, gesellschaftliche Redeweisen verstanden werden (M. Jäger 2004; S. Jäger 2004, Jäger/Jäger 2007). Die Diskursanalyse, die sich auf die Form und den Inhalt von Äußerungen bezieht, hinterfragt entsprechend, was von wem in welcher Form zu einem definierten Zeitpunkt sagbar ist (bzw. war) und welche Wirkung diskursive Äußerungen haben. Dabei berücksichtigt sie, dass mit der Thematisierung des Sagbaren auch immer das NichtSagbare benannt wird, bestimmte Fragestellungen oder Perspektiven durch diskursive Regelungen aus dem Diskurs hinausgedrängt werden.

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